Goldene Lilie: Wiesbaden startet neues Pilotprojekt für Firmen-Engagement

Unter dem Namen "Die Goldene Lilie" ist in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden ein Projekt gestartet, um das soziale Engagement der Wirtschaft zu forcieren, das bundesweit eine Vorbildfunktion übernehmen soll. Nach der Pilotphase soll das Projekt im Laufe der nächsten Jahre auf andere Städte und Gemeinden übertragen werden.

Voraussetzung ist, dass die jeweilige Kommune mitspielt, so wie die hessische Landeshauptstadt das Projekt vor Ort unterstützt. Die Schirmherrschaft hat der Wiesbadener Sozialdezernent Arno Goßmann übernommen. Träger ist die UPJ-Bundesinitiative.

Das Projekt "Goldene Lilie" wird neben dem Vorstand der UPJ-Bundesinitiative von Persönlichkeiten aus der Wiesbadener Kommunalpolitik, den örtlichen Institutionen und der Wirtschaft getragen. Die Jury besteht aus dem Wiesbadener Sozialdezernenten Arno Goßmann, Prof. Dr. Hartmut Kreikebaum, Institut für Unternehmensethik an der European Business School (ebs), Dr. Jürgen Waldmann, Vorstand UPJ, und Dr. Tom Sommerlatte von der internationalen Beratungsgesellschaft Arthur D. Little (ADL), UPJ-Botschafter und Initiator des Projekts. Im Kuratorium sitzen Dr. Helmut Müller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden, Dr. Gerd Eckelmann, Präsident der Industrie- und Handelskammer Wiesbaden, Robert Werner, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, Thomas Michel, Vorsitzender der Wiesbaden Stiftung, Stefan Schröder, Chefredakteur des Wiesbadener Kurier, Thilo von Debschitz, Geschäftsführer der Marketingagentur Q Kreativgesellschaft, Andreas Dripke, Geschäftsführer des internationalen PR-Agenturnetzes European Marketing Communications (euromarcom) sowie Dr. Tom Sommerlatte. Der Ideengeber ist in beiden Gremien vertreten, um die Koordination zwischen Jury und Kuratorium zu erleichtern.

Die Auszeichnung "Goldene Lilie" können alle Unternehmen in Wiesbaden und Umgebung erhalten, die sich nachweisbar gesellschaftlich engagieren. Der Nachweis erfolgt durch eine Beschreibung dieses Engagements in einem Bewerbungsbogen, der unter www.die-goldene-lilie.de zu finden ist. Eine unabhängige Jury begutachtet alle Bewerbungen und stimmt der Auszeichnung zu, sofern die vorgegebenen Kriterien erfüllt werden.

Kein vergleichbares Projekt in ganz Deutschland
Da es in Deutschland bislang kein vergleichbares Projekt gibt, hat die Bundesinitiative UPJ den in anderen Ländern bewährten PerCent-Standard auf hiesige Verhältnisse übertragen. Demnach erhalten die Auszeichnung alle Unternehmen, die mindestens 1 Prozent ihres Nettoumsatzes in das Gemeinwesen investieren bzw. dies nachhaltig anstreben. Dabei kann es sich um Geldspenden für einen guten Zweck handeln, aber beispielsweise auch um die Freistellung von Mitarbeitern für ehrenamtliche Aufgaben oder die Bereitstellung von Produkten oder Dienstleistungen pro-bono, also kostenfrei. Die Firmen dürfen diese Informationen auch als bloße Prozent-Angaben einreichen, ohne ihre tatsächliche Umsatzhöhe nennen zu müssen. Neben diesen "harten Kriterien" lässt die Jury für die "Goldene Lilie" aber auch sog. "weiche Faktoren" gelten. Dazu gehören beispielsweise die Ausbildung über den eigenen Bedarf hinaus, die Beschäftigung von älteren Mitarbeitern oder Mitarbeitern mit Behinderung oder die besondere Berücksichtigung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Von der Jury wird der gesamte Mix aus harten und weichen Faktoren bewertet. Die Jury wird die eingereichten Angaben der Unternehmen in Stichproben vor Ort einer Prüfung unterziehen, damit kein Schindluder getrieben wird.

"Ziel ist es, dass möglichst viele Unternehmen in Wiesbaden und Umgebung, die sich für das Gemeinwohl engagieren, die Auszeichnung der Goldenen Lilie erhalten", betont der Schirmherr Arno Gossmann. "Wir wollen aber auch nur diejenigen Firmen auszeichnen, die tatsächlich etwas Gutes tun", ergänzt UPJ-Vorstand Dr. Jürgen Waldmann.

"Goldene Lilie" soll das Geschäft der engagierten Firmen stärken
Die im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneten Unternehmen sollen von der "Goldenen Lilie" vor allem durch die öffentliche Wirkung für Marketing und Vertrieb profitieren. "Die Verbraucher und auch Geschäftskunden legen immer mehr Wert darauf, dass ihr Anbieter, ihr Ladengeschäft oder ihr Handwerker etwas Gutes tut. Die Konzernwelt hat dies längst entdeckt und bewirbt immer öfter in bundesweiten Marketing- und Fernsehkampagnen ihr Engagement, um Marken und Produkte mit einem positiven Image zu versehen. Mit der Goldenen Lilie ist es jetzt erstmals auch für kleine und mittelständische Firmen möglich, ihr Engagement für das Gemeinwesen für Marketing und Vertrieb zu nutzen – zunächst in Wiesbaden, später auch in anderen Städten und Gemeinden", erklärt Dr. Tom Sommerlatte die Idee hinter dem von ihm initiierten Projekt. Die Bezeichnung "Goldene Lilie" knüpft übrigens an das Wiesbadener Stadtwappen an, das drei goldene Lilien enthält. "Einzelhandel, Handwerk, Kleingewerbe und Dienstleistungen finden vor Ort statt. Daher ist der Regionalbezug auch im Namen gewollt", betont Ideengeber Dr. Tom Sommerlatte.

In Wiesbaden hat die Bewerbungsfrist für die "Goldene Lilie" am 20. März begonnen und läuft bis Ende Juni dieses Jahres. Alle eingehenden Projektbeschreibungen der engagierten Unternehmen werden umgehend auf Vollständigkeit geprüft und den Firmen wird gegebenenfalls Gelegenheit zur Nachbesserung gegeben. Im Juli entscheidet die Jury anhand der "harten und weichen Kriterien", im September erfolgt die offizielle Ehrung der erfolgreichen Unternehmen. Die Auszeichnung gilt jeweils für ein Jahr. 2010 soll der gesamte Ablauf zeitlich deutlich nach vorne verlagert werden: die Bewerbungsfrist ist von Februar bis März geplant, die Kür der Sieger für den Juni/Juli.

"Viele Firmen in Wiesbaden und Umgebung zeigen seit langen Jahren ein hohes Maß an Engagement für gute Zwecke. Sie organisieren Spendenaufrufe, unterstützen soziale Projekte, sponsern kulturelle Veranstaltungen, stellen Beschäftigte für Vereinsarbeit frei, nehmen mit ihren Mitarbeitern an 'Wiesbaden Engagiert!' teil, erbringen pro-bono-Leistungen für gemeinnützige Organisationen oder setzen sich in anderer Weise für das Gemeinwohl ein. Mit der Goldenen Lilie wollen wir dieses Engagement 2009 erstmalig und in Zukunft Jahr für Jahr belohnen", hofft Sozialdezernent Arno Goßmann auf eine rege Teilnahme der hiesigen Wirtschaft, vom Einzelhandel und Handwerk über das Gastgewerbe und den Dienstleistungssektor mit seinen vielfältigen Ausprägungen bis hin zu den ortsansässigen Industriebetrieben.

"Ganz Deutschland schaut auf Wiesbaden"
"Die Goldene Lilie ist ein bundesweites Pilotprojekt. Ganz Deutschland schaut auf Wiesbaden. Lassen Sie uns zeigen, dass die hessische Landeshauptstadt diese Vorbildfunktion tatsächlich übernimmt", fordert der Wiesbadener Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller die heimische Wirtschaft zum Mitmachen auf. Zur Verleihung der "Goldenen Lilie" lädt das Stadtoberhaupt die engagierten Unternehmen zu einem Festakt ins Rathaus ein.

"Neben der Ehre soll die Goldene Lilie für die engagierten Unternehmen ganz konkret das Geschäft ankurbeln", betont UPJ-Vorstand Dr. Jürgen Waldmann. Hierzu sollen die Verbraucher und Geschäftskunden in einer begleitenden Kampagne angehalten werden, in den "Lilien-Betrieben" für mehr Umsatz zu sorgen. So dürfen alle ausgezeichneten Betriebe mit der "Goldenen Lilie" werben. Für Ladengeschäfte gibt es zusätzlich ein Gütesiegel für das Schaufenster. "Die Goldene Lilie wird sich in Wiesbaden zügig als Gütezeichen für engagierte Unternehmen etablieren, denen Verbraucher und Geschäftspartner gerne den Vorzug geben", ist sich Gerd Eckelmann, Präsident der Industrie- und Handelskammer sicher. "Immer mehr Kunden erwarten schließlich nicht nur ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis und guten Service, sondern auch ein Engagement für das Gemeinwohl", ergänzt Robert Werner, Präsident der Handwerkskammer.




Die Kampagne "Verantwortliche Unternehmensführung"
wird gefördert durch die Europäische Komission.